Station 2 - Nachzucht

Kalb, Jungvieh und Milchkuh

Kommt ein Rind zur Welt, bezeichnen wir es zunächst als Kalb. Nach sechs Monaten wird es zum Jungvieh. Das geschlechtsreife weibliche Jungrind nennt man Kalbin. Es wird mit ca. eineinhalb Jahren belegt (befruchtet). Nach gut neun Monaten bringt es ein Kalb zu Welt. Damit wird es zur Kuh und gibt Milch. Zwei Monate vor der Geburt des nächsten Kalbes wird die Kuh nicht mehr gemolken, in der Fachsprache “trocken gestellt”. In unserem umgebauten, alten Kuhstall werden die weiblichen Kälber und Rinder ab einem Alter von zehn Tagen in Gruppen aufgezogen. In der Zeit von Ende April bis Anfang November genießen die Tiere, sobald sie  zehn Monate alt sind, auf unseren Weiden ihren „Freigang“. Tiere die geschlechtsreif sind, bleiben bis zur Besamung im Stall. 

Was ist Biestmilch?

Das erste, was Kälber nach der Geburt zu sich nehmen, ist die Biestmilch. Das ist die erste Milch, die die Kuh nach der Geburt für das Kalb erzeugt. Sie ist in ihrer Zusammensetzung besonders wertvoll und stärkt das Immunsystem des Kalbes. Wenn möglich wird die Biestmilch auch eingefroren und kann so auch anderen Kälbern gegeben werden, falls die Mutterkuh keine Milch nach der Geburt gibt! 

Vom Rind zum Fleisch

Ein Teil der männlichen Kälber wird in unserem alten Jungviehstall großgezogen und mit ca. 20 Monaten beim örtlichen Metzgerbetrieb Jochen Ehni geschlachtet. Die spezielle Einkreuzung der Bullen mit einer Fleischrasse sorgt für eine hohe Fleischqualität.

Die ersten Stunden und Tage im Leben eines Kalbes

Mit einem Geburtsgewicht von ca. 40 Kilogramm kommt das Kalb bei uns in den meisten Fällen komplikationslos zur Welt. Bereits nach ca. einer Stunde kann das Neugeborene aufstehen und sucht den Weg zum Euter, an dem es die erste wichtige Biestmilch erhält. Die Muttermilch bekommt das Kalb in den darauffolgenden Mahlzeiten über einen Nuckeleimer, in einer hygienisch sauberen Einzelbox, um es vor gefährlichen Keimen zu schützen.