Station 5 - Streuobst

Den Begriff Streuobstwiese haben die meisten schon mal gehört, doch wann spricht man eigentlich davon?  Wichtig für Streuobstwiesen sind vor allem die hochstämmigen Obstbäume verschiedener Arten. Auf Streuobstwiesen kann ein Birnenbaum direkt neben einem Apfelbaum und einem Kirschbaum stehen. Das ist auch der größte Unterschied zu Obstplantagen. Dort gibt es nur kleine Bäume einer Art, die dicht beieinander stehen. Das bringt zwar deutlich mehr Ertrag, aber um vor Schädlingen zu schützen, müssen hier oft Insekten- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Auf diese wird auf Streuobstwiesen fast immer verzichtet. Das sind ideale Bedingungen für insgesamt 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten.1

Vor allem seltene Insekten- und  Vogelarten wie Steinkauz, Neuntöter und Halsbandschnäpper zählen Streuobstwiesen zu ihrer Heimat. Ein herrliches Naturschauspiel findet im Frühjahr statt, wenn die Bäume ihre Blütenpracht zeigen. Leider verschwinden immer mehr Streuobstwiesen. Hauptgrund dafür ist der oft zu niedrige Preis, den die Wiesenbesitzer für ihr Obst erhalten. In den letzten 40 Jahren ist die Anzahl der Streuobstbäume in Baden-Württemberg von ca. 18 Millionen auf 9 Millionen gesunken.2 Trotzdem leben wir hier am Albtrauf der Schwäbischen Alb im größten Streuobstgebiet Mitteleuropas. 

Hier auf dem Sulzburghof bemühen wir uns durch unsere extensive Bewirtschaftungsweise, die schöne Kulturlandschaft im Lenninger Tal durch die aufwendige Pflege der Bestände zu erhalten. Auf unseren 60 Hektar Streuobstwiesen stehen knapp 2.000 Obstbäume mit vielen alten und teils seltenen Sorten. Das biozertifizierte Obst wird im Herbst, wenn es reif ist, mit einer Auflesemaschine geerntet und dann zu klarem oder naturtrüben Apfelsaft oder als Schorle verarbeitet und in Flaschen oder in die so genannte Bag-In-Box Verpackung abgefüllt.